King Crimson: 21st Century Schizoid Man

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Würde man mich nach dem passenden Soundtrack für Corona fragen: Die Musik von King Crimson wäre bei mir ganz oben auf der Liste. Ganz besonders der Song 21st Century Schizoid Man vom ersten Album In The Court Of The Crimson King. Fast könnte man Robert Fripp, dem Kopf der Crimsons (und dem einzigen dauerhaften Mitspieler) hellseherische Fähigkeiten nachsagen, wenn man sich das heute anhört. Kaum zu glauben, dass seit dem Erscheinen schon über 50 Jahre vergangen sind.

Markant auf dem Debut-Album der Crimsons: Die Stimme von Greg Lake (Bass, Gesang), der später mit Emerson, Lake and Palmer weitere Erfolge hatte. Ian McDonald (Flöte, Saxophon, Keyboards, Vibraphon) war 1976 einer der Mitgründer von Foreigner.

In The Court Of The Crimson King markiert sozusagen die Geburtsstunde des Prog Rock. Wie Peter Praschl schreibt:

Es war so epochal, dass es zur Ermächtigung eines neuen Genres führte, des Prog Rock: Musik für junge weiße Männer, denen es mehr um die Virtuosität der Musik, die Kühnheiten der Instrumentierung und die Originalität der Texte ging als darum, in den dreieinhalb Minuten, die eine Jukebox-Single lange gedauert hatte, eine Idee, ein Gefühl oder eine Nacht klarzumachen.

Peter Praschl in Welt am Sonntag: Der Schizophrene ist König.

Aber auch:

Strebermusik, die darunter litt, wie sehr man ihr immer wieder anhörte, dass sie beweisen wollte, wie tiefsinnig sie war.

Peter Praschl in Welt am Sonntag: Der Schizophrene ist König.

… was ich so – zumindest für King Crimson – nicht unbedingt unterschreiben würde. Fripp macht keine einfache Musik (selten mal ein Stück mit dreieinhalb Minuten, sechs müssen es schon mindestens sein…), aber es klingt nicht so, als müssten er oder seine Mitmusiker sich Tiefsinnigkeit beweisen. Das kommt schon noch organisch rüber. Und Songs wie I Talk To The Wind (nach 21st Century Schizoid Man das zweite Stück auf In The Court Of The Crimson King) trauen sich dann auch, einfach schön zu sein.

Wer die Zeit zu Hause (jetzt erzwungen…) nutzen will, kann sich ja mal (wieder?) durch Fripps Werke durchhören, die es (mittlerweile) auch auf den gängigen Streaming-Plattformen gibt. Wer nicht alles hören will: Als Minimalauswahl würde ich (in der genannten Reihenfolge) empfehlen:

  • In The Court Of The Crimson King (1969)
  • Discipline (1981)
  • Thrak (1995)
  • The ConstruKction Of Light (2000)

Zum 50sten von King Crimson gibt es auf YouTube auch einige Videos aus 2019 mit einführenden Kommentaren zur Gruppe und zu den Songs – auch die kann man als Einstieg nehmen (Toleranz für Werbung vorausgesetzt).