Serena Fisseau, Vincent Peirani: And I Love Her

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Oft ist es ja so, dass man auch bei Coverversionen schon nach den ersten paar Tönen erkennt, welches Original hier bearbeitet wurde. Nicht so bei And I Love Her in der Interpretation durch die französisch-indonesische Sängerin Serena Fisseau und ihren Ehemann Vincent Peirani, Akkordeonist und Klarinettist.

Das Album So Quiet, von dem das Stück stammt, ist eine ganze Sammlung solch eher ruhig und sehr eigenständig interpretierter Stücke. Auch wenn es unter Kindermusik einsortiert ist, ist die Musik alles andere als kindlich primitiv. So Quiet ist auch ein Album für Erwachsene. Erschienen ist es am 24. Mai.

Faszinierend die Stimme von Fisseau in ihrer sanften Klarheit und Deutlichkeit. Man hört ihr an, dass sie in vielen Sprachen zu Hause ist und Sprache liebt.

Wem And I Love Her gefällt, dem kann ch nur empfehlen, sich das ganze Album zu holen.

Die Produktbeschreibung von ACT (das Label, bei denen So Quiet erschienen ist) trifft den Inhalt der CD ganz gut. Daher erlaube ich mir, diese Beschreibung hier einfach zu zitieren (Quelle: actmusic.com):

Ruhe. Ein kostbares Gut. Heute vielleicht mehr denn je. In der Musik von Akkordeonist Vincent Peirani und der Sängerin Serena Fisseau wird sie hörbar. In den Räumen zwischen den Tönen, die hier fast wichtiger sind, als die Töne selbst. Eine unwiderstehlich leichte, oft fröhliche, klare Musik, die ihre Intimität vor allem daraus zieht, dass Peirani und Fisseau nicht nur künstlerisch ein Paar sind, sondern auch im „richtigen“ Leben. Die Stücke von „So Quiet“ haben sie für ihre Kinder aufgenommen. Und für alle anderen Kinder. Und alle Erwachsenen, die sich für die Dauer eines Albums in eine kindliche Unbeschwertheit zurückträumen wollen.

Das diese Musik so unwiderstehlich leicht klingt, liegt zweifellos daran, dass sie von zwei herausragenden Könnern gespielt und gesungen wird. Serena Fisseau treibt seit jeher eine große musikalische Neugier an. Sie hat Klassisches ebenso gesungen wie Gospel, Blues, Latin, Rock und Jazz, und sich obendrein viel mit dem gesprochenen Wort und seiner Lyrik beschäftigt. Schließlich hat sie sich in Frankreich und darüber hinaus vor allem mit Liedern, Alben und Projekten für Kinder („D’une île á autre“, „Nouchka et la grande question“ oder „L’échappée belle“) einen Namen gemacht. Vincent Peirani ist nicht weniger als der größte Innovator des Akkordeons unserer Tage, der vom führenden französischen Jazz Magazine zum „Künstler des Jahres 2018“ gewählt wurde. Beide sind sie weltoffene Eklektizisten: Die indonesisch-stämmige Französin Fisseau schon kraft ihrer Herkunft und durch ihr Faible für Sprachen, der Südfranzose Peirani bei seiner von der Klassik über die mediterrane Musik zum Jazz führenden Karriere.

Jedoch stehen Virtuosität, Erfahrungsschatz und Vielseitigkeit bei „So Quiet“ im Hintergrund, sind nur Mittel für den berührend-klaren Ausdruck der Stücke. Hier geht es einfach nur um die schlichte Schönheit der Musik. Ob sie nun vom Chansonnier Serge Gainsbourg stammt („La Javanaise“), vom unerreichten Meister des Easy Listenings Burt Bacharach („Close to You“) oder von den Magiern des Pop, den Beatles („And I Love Her“); ob indonesische Volksmusik („Bintang Kecil“) Pate steht, die Musica Populeira Brasileira eines Caetano Veloso („Alguem Cantado“) und eines Antonio Carlos Jobim („Luiza“) oder ein Standard aus dem Great American Songbook wie „What a Wonderful World“; ob auf Französisch, Indonesisch (Fisseaus Muttersprachen), Englisch oder Portugiesisch; ob mit Akkordeon, Akkordina, Wurlitzer E-Piano, Body Perkussion oder Plastiktüte. Fisseau und Peirani schälen die Essenz dieser zeitlosen Meisterwerke heraus. Auf die denkbar natürlichste Weise. Nur mit Stimme, einem Instrument und viel Ruhe – beispielhaft zum Schluss zu erleben bei der wahrhaft verzaubernden Version des bekanntlich aus dem Familien-Musical „Der Zauberer von Oz“ stammenden Over The Rainbow“.

Jeder kann bei diesem Album im Geiste mitsummen und mitträumen, gleich jeden Alters, jeder Herkunft oder jeder musikalischen Vorbildung. „So Quiet“ ist ein Fest für die Sinne, eine unwiderstehliche Aufforderung, sich wieder einmal Zeit zu nehmen, sich im Wohnzimmer einzukuscheln und sich davontragen zu lassen vom Gesang und dem Akkordeon. Ganz ruhig.